29 Jan

Liebe Mamas, verkauft euch nicht unter Wert..

Vor kurzem hatte ich erst wieder eine Mama vor mir sitzen – studiert, langjährige Berufserfahrung, konstanter Lebenslauf, die mir doch tatsächlich erzählt hat: „Ja, beim Bäcker zu arbeiten, das habe ich mir auch schon überlegt.“ Eigentlich verrückt, für ein bisschen Vereinbarkeit (wobei die Arbeit bei einem Bäcker nicht wirklich vereinbar ist) und vielleicht noch Wohnortnähe, würde frau einen Kompromiss eingehen, der weit unter ihrem Qualifikationsniveau ist. Über das Gehalt brauche ich, denke ich, gar nichts zu schreiben. Aber warum denken viele Mütter so? Wir haben doch nicht mit der Geburt unseres Kindes das Hirn abgegeben?
Liegt es daran, dass viele Mütter in der Elternzeit nur mit Müttern die Zeit verbringen und frau sich gegenseitig „runterzieht“? Oder sind Mütter es gewohnt sich hintenanzustellen, dass sie es ab sofort auch im Job machen?
Kann es vielleicht auch sein, dass viele Angst vor Absagen haben? Überall steht geschrieben, Mütter werden bei der Bewerberauswahl benachteiligt – was leider auch oftmals stimmt – und so begibt man sich gleich gar auf Jobsuche.
Nicht mehr ganz in unsere Zeit passend ist auch die Aussage, frau müsse sich um die Kinder, den Mann und den Haushalt kümmern. Die durfte ich mir jedoch auch schon anhören. Über diese Einstellung lässt sich streiten. Würde die Ehe bis das der Tod sie scheidet andauern, ist das natürlich gut und auch einfach Arbeitsteilung. Nur leider ist das nicht der Fall und bei einer Trennung hat frau nichts davon.
Ein weiterer Grund, der sogar nachweißbar wäre, ist, es gibt einfach nicht genügend Teilzeitstellen für gut qualifizierte Mamas. Ich weiß nicht, weshalb oft Stellen grundsätzlich in Vollzeit ausgeschrieben werden und es gibt daran auch nicht zu rücken. Jobsharing ist hier die Lösung und proaktives Vorgehen z.B. über Tandemploy.

Viele Gründe, die ich gerade angesprochen habe, sind Vermutungen. Vielleicht könnt ihr mir noch weitere Gründe schreiben.
Dies ändert aber nichts daran, wenn Mamas sich unter Wert verkaufen. Ich weiß nur, auf Dauer wird frau damit nicht glücklich und nach Jahren wieder in den alten Job zurückzukommen, wo frau dazwischen rumgejobbt hat, ist sehr schwer.

Also mein Tipp für alle Mamas: Verkauft euch nicht unter Wert! Macht euch klar, was ihr könnt und auch welche Erfahrungen ihr mit Hilfe eurer Kinder gemacht habt. Steht zu eurem Lebensmodell und dann wartet ihr eben etwas länger auf den passenden Job. Aber nehmt nicht den erstbesten an – der richtige kommt! Ohne Kinder würdet ihr das auch nicht machen, oder?

 

Bild: pixabay