26 Jun

Der verdeckte Stellenmarkt – deine Chance!

Gestern habe ich mich sehr über eine Mail einer Mutter gefreut. Sie schrieb, ich hätte sie inspiriert sich initiativ zu bewerben und daraufhin hätte sie einen Arbeitsplatz gefunden. Wow, ich freue mich wirklich sehr darüber!

Nur wie funktioniert das nun eigentlich mit den Initiativbewerbungen, dem Netzwerken oder generell dem verdeckten Stellenmarkt?

Was man sich zu Beginn einfach bewusst machen muss: Nicht jede Stelle wird ausgeschrieben, also veröffentlicht. Bis ein Unternehmen sich aktiv nach einem Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterin umsieht vergeht eine gewisse Zeit. Vor allem bei neu geschaffenen Stellen dauert das oft mehrere Monate. Es wird vielleicht noch überlegt ob die Stelle wirklich notwendig ist, in welchem Umfang man Unterstützung benötigt und vor allem wieviel Budget dafür vorhanden ist.

Jetzt – eure Initiativbewerbung:
Während so hin und her überlegt wird ist der richtige Zeitpunkt für eure Bewerbung. Hier habt ihr noch Gestaltungsspielraum über den Umfang der Stelle und vielleicht auch die Tätigkeiten. Ihr müsst nur überzeugend sein, dass ihr mit euren Fähigkeiten ein richtiger Mehrwert für das Unternehmen seid. Diesen Mehrwert müsst ihr beispielsweise in einer Initiativbewerbung transportieren. Eine gute Initiativbewerbung ist somit wesentlich individueller als eine Bewerbung auf die Stelle XY.
Überlegt euch hier zunächst welche eurer Fähigkeiten ein Plus für das Wunschunternehmen sind und argumentiert das auch in eurer Bewerbung. Warum wollt ihr euch bei diesem Unternehmen bewerben und was bringt ihr mit?
Beantwortet ihr diese Fragen gut und vor allem nicht mit abgedroschenen Floskeln, so fallt ihr auf und das müsst ihr um eingeladen zu werden.
Natürlich braucht ihr auch eine Portion Glück, dass gerade oder in naher Zukunft eine Person mit euren Fähigkeiten gesucht wird. Wenn das so ist, könnt ihr euch freuen, denn ihr werdet garantiert wenig Mitbewerber haben. Im besten Fall wird sogar eine Stelle für euch geschaffen. Besser geht es nicht!

Für alle Schreibmuffel:
Nicht jeder ist ein Selbstmarketing-Guru und somit in der Lage Knaller-Initiativbewerbungen zu schreiben. Aber das ist auch nur ein Weg um an die (noch) nicht veröffentlichten Stellen zu kommen. Habt ihr schon darüber nachgedacht in eurem Bekanntenkreis über eure beruflichen Wünsche zu reden? Manche schämen sich dafür, weil sie vielleicht bereits viele Absagen bekommen haben, aber ich sage immer: Fragen kostet nix! Vielleicht überlegt der Chef einer Freundin noch eine weitere Mitarbeiterin einzustellen und sie weiß das schon, aber es ist noch keine Stellenanzeige geschaltet? Das ist die Chance! Fragt Freunde, Bekannte und wenn das Gespräch am Spielplatz mit der Mutter neben euch am Sandkasten auf die Arbeit kommt, auch die! Umso mehr Menschen ihr von eurem beruflichen Veränderungswunsch erzählt desto größer wird eure Chance einen Job zu finden. Oftmals stellt man fest, dass der Bekannte aus dem Kindergarten ein Freund der Chefin der Wunschfirma ist – ja, das habe ich wirklich schon erlebt! Oder war es die Nachbarin? – ach egal. Hauptsache ihr zögert dann nicht dort anzurufen oder euren Lebenslauf weiterleiten zu lassen!

Netzwerken online
Immer wichtiger wird das sogenannte Active Sourcing bei der Personalsuche. Unternehmen durchforsten hierzu die Sozialen Netzwerke – vorrangig Xing, LinkedIn und einschlägige Karrierenetzwerke und schreiben interessante Kandidaten an. Wichtig hierbei ist ein aktuelles Profil bei den Netzwerken vorweisen zu können. Überlegt also was ihr alles online von euch preisgeben könnt oder möchtet. Hier ist eine gesunde Mischung gut. Nicht zu viel, da der Personaler oftmals die Profile nur überfliegt, aber auch nicht zu wenig. Genauso wie bei einer guten Bewerbung geht es hier nicht um Masse, sondern um Klasse! Zu guter Letzt nützt euch ein fantastisches Profil nichts, wenn ihr die Postfächer nicht regelmäßig kontrolliert oder die Weiterleitung deaktiviert habt und ihr somit die Jobangebote nicht oder verspätet erhaltet.
(Tipp: Im Netz findet ihr sehr viele Anleitungen um optimale Online-Profile anzulegen!)

Erhöht eure Chancen zusätzlich
Initiativ bewerben ist nichts für euch und auch Netzwerken ist nicht euere Stärke, dann kann euch immer noch die Mama-sucht-Arbeit Datenbank helfen. Hier kann es vielleicht mal etwas länger mit dem Traumjob dauern, jedoch versichere ich, dass ich nur familienfreundliche Unternehmen, denen ihre Mitarbeiter am Herzen liegen als Auftraggeber annehme. Genauso wie ich alle Kandidatinnen in meiner Datenbank – also euch – persönlich kennenlernen möchte, so erhalte ich einen Einblick in das Unternehmen und vor allem auch die Unternehmenskultur meiner Auftraggeber.
Um in die Datenbank aufgenommen werden zu können, ruft mich an und wir vereinbaren einen Termin. Seid ihr einmal dabei, so rufe ich euch bei interessanten Jobs oder Anfragen auf euer Profil an und stelle euch das Unternehmen vor. Erst nach eurer Freigabe gebe ich einen aktuellen Lebenslauf an das Unternehmen weiter. Ihr habt also volle Kontrolle über eure Daten!

Auf zum verdeckten Stellenmarkt
Nachdem angeblich 50 bis 65% der Stellen nicht veröffentlicht werden, ist der verdeckte Stellenmarkt eine gute Möglichkeit – vor allem für Teilzeitkräfte, wo relativ wenige Stellen ausgeschrieben sind – einen Arbeitsplatz zu finden. Vielleicht wird die Stelle auch deshalb nicht ausgeschrieben, weil während der Vorbereitungsphase zur Ausschreibung bereits durch andere Kanäle besetzt wurde. Wollt ihr euch das entgehen lassen? Na dann, viel Spaß beim recherchieren, netzwerken und – ruft mich an!

Eure Astrid Lehmeyer

Bild: pixabay.de – pixel2013