04 Dez

Familienbewusste Unternehmen – was ist das und wie finde ich sie?

Viele Unternehmen schreiben auf Ihre Homepage, sie sind familienfreundlich und stellen einen Maßnahmenkatalog zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor.
In diesem Zusammenhang taucht ebenfalls immer wieder der Begriff „familienbewusst“ auf.
Ist das das Gleiche?
Macht man sich einmal mit der Begrifflichkeit vertraut, lassen sich schnell Unterschiede feststellen.

Familienfreundlich oder familienbewusst – was ist der Unterschied?

Familienfreundlich nennen sich viele Unternehmen. Sie schreiben es sich auf die Fahne, aber sind sie sich auch darüber bewusst, was es heißt Mitarbeiter mit Familie zu unterstützen? Genau das ist der Unterschied. Familienbewusste Unternehmen nehmen ihre Mitarbeiter individuell war und gehen auf ihre Bedürfnisse ein. Ein familienfreundliches Unternehmen kann also familienbewusst sein, muss es aber nicht. Denn zum Familienbewusstsein oder allgemein einem Bewusstsein über die Bedürfnisse ist Kommunikation auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern und gelebte familiäre Unternehmenskultur notwendig – also das, was wir uns eigentlich vorstellen.
Somit aufpassen, nicht überall wo familienfreundlich draufsteht ist eine familienbewusste Unternehmenskultur drin!

Fangen wir nun aber mal einfach an. Welche Unterstützungsmöglichkeiten können Unternehmen Eltern oder auch pflegenden Angehörigen geben?

Hierzu habe ich die Angebote der Unternehmen auf der Initiative familienbewusste Personalpolitik genauer angesehen und zusammengefasst.

Arbeitszeiten:

  •  flexible Arbeitszeiten (auch bei akuten familiären Pflegefällen)
  • Arbeitszeiten passend zur Kinderbetreuung
  • Homeoffice
  • Familienpflegezeit (Stundenreduktion auf Zeit)

Kinderbetreuung:

  • Ferienbetreuung (Feiertagsbetreuung z.B. Buß- und Bettag)
  • Betriebskindertagesstätte
  • Notfallbetreuung

Finanzielle Zuschüsse:

  • Zuschuss zur Kinderbetreuung

Information und Gesundheitsmanagement:

  • Familienorientierte Information, Beratung und Seminare (auch für pflegende Angehörige)
  • Weiterbildung während der Familienpause
  • Kurse zur Erhaltung der Gesundheit

Betriebsorganisation:

  • Begleiteter Wiedereinstieg nach der Elternzeit
  • Vertretungsregelung
  • Sensibilisierung der Führungskräfte
  • offene Kommunikationskultur

 

Interessanterweise führen nur zwei Unternehmen die offene Kommunikationskultur und ein Unternehmen die Sensibilisierung der Führung an. Dabei sind diese beiden Punkte mit die wichtigsten Eigenschaften zur Schaffung eines familienbewussten Unternehmens.
Ohne diese Eigenschaften können Unternehmen familienfreundliche Maßnahmen anbieten, jedoch wird es in verschiedenen Abteilungen und Teams verschiedene Umsetzungen geben. Ich denke, viele kennen den Gruppendruck im Team, wenn einem eine Kindergartenkeimwelle erreicht hat und nacheinander alle in der Familie krank werden. Verständnis und Bewusstsein der direkten Kollegen und der Führungskräfte, dass es manchmal einfach so ist, ist gefragt und keine Hochglanzversprechen.
Wenn man sich folglich ein Unternehmen genauer ansieht ist es somit extrem wichtig – neben den allgemeinen Maßnahmen zur Vereinbarkeit – sich das Team und die Führungskraft anzusehen.

Welche weiteren Hinweise gibt es um familienbewusste Unternehmen herauszufinden?

Zertifikate und Netzwerke geben hier einen guten Überblick:
Das audit berufundfamilie unterstützt Arbeitgeber familien- und lebensphasenbewusste Maßnahmen einzuführen und in der Unternehmenskultur zu verankern.
Auf der Homepage des audit berufundfamilie sind alle zertifizierten Unternehmen aufgezählt mit einer Liste der bereits eingeführten Maßnahmen und geplanten Maßnahmen. Die zertifizierten Unternehmen finden Sie hier.

Das Netzwerk erfolgsfaktor Familie unterstützt Unternehmen bei der Gestaltung einer familienbewussten Personalpolitik. Eine Garantie für die Umsetzung gibt das Netzwerk zwar nicht, jedoch kann man davon ausgehen, dass sich die Mitglieder mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf auseinandersetzen. Eine Mitgliederübersicht gibt es hier.

Die Initiative familienbewusste Personalpolitik stellt auf Ihrer Homepage überwiegend die großen Unternehmen der Region vor. Hier werden auch die Maßnahmen der einzelnen Unternehmen vorgestellt. Mehr dazu hier.

 

Kleine Unternehmen

Es gibt natürlich auch Arbeitgeber, die ihre Familienbewusstheit nicht nach außen kommunizieren. Oftmals sind das kleine inhabergeführte Unternehmen, deren Unternehmenskultur generell familiär geprägt ist. Zudem finden sich hier flache Hierarchien, die eine direkte und einfache Kommunikation ermöglichen. Jeder kennt jeden, was in vielen Fällen Vorteile mit sich bringt. Hat der oder die Inhaber*in zusätzlich selbst Kinder oder Erfahrung mit der Pflege von Angehörigen erhält man weitaus mehr Verständnis und Unterstützung, als es die meisten Maßnahmen zur Gestaltung der Familienfreundlichkeit ermöglichen.

Nur diese Unternehmen zu identifizieren ist schwer.
Hierbei ist Netzwerken beispielsweise hilfreich. Vielleicht kennt man jemanden, der in einem Unternehmen arbeitet, dass eine familienbewusste Unternehmenskultur lebt. Die Aussagen der Mitarbeiter sind hierbei ebenfalls weitaus mehr wert als Versprechen auf der Homepage.
Viele Aussagen und Berichte von Mitarbeitern finden sich ebenfalls auf Bewertungsseiten wie kununu.de.
Durchforstet man diese Seiten sollte man jedoch eher vorsichtig sein. Jeder kann dort ein Unternehmen bewerten und überlegt selbst: Wann gebt ihr hauptsächlich eine Bewertung ab? Meist, wenn man sich über etwas ärgert. Folglich sind Bewertungen entweder richtig schlecht oder teils auch zu gut um wahr zu sein. Es kann nämlich sein, dass der Chef eine eigene Bewertung geschrieben hat oder andere dazu auffordert.
Versucht hier also zwischen den Zeilen zu lesen und Gemeinsamkeiten bei allen Bewertungen herauszufinden. Hiervon kann man dann ausgehen, dass es stimmt.

 

Zusammengefasst gibt es viele Maßnahmen, die Arbeitgeber anbieten können um sich familienbewusster aufzustellen. Ob diese gelebt werden und ob die zugehörige Unternehmenskultur herrscht z.B. hinsichtlich des Verständnisses gegenüber Care Arbeit und eine offene Kommunikation auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern, lässt sich nur durch direkte Erfahrungsberichte der Mitarbeiter herausfinden.

Mama-sucht-Arbeit arbeitet  mit Unternehmen zusammen, die eine familienbewusste Kultur leben. Manchmal sind sie sich darüber vor unserer Zusammenarbeit gar nicht im Klaren, da sie ihren Mitarbeitern nicht die üblichen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit anbieten, sondern einfach das tun, was für sie selbstverständlich ist.

In den nächsten Monaten werde ich euch hier auf dem Blog einige Unternehmen vorstellen und was sie genau machen um ihre Mitarbeiter zu unterstützen.

 

Bild: Pixabay.com – rawpixel

20 Feb

Hilfe, wer betreut mein Kind?

Ich glaube, diesen Hilferuf hat bisher jede Mama oder Papa schon mal ausstoßen. Ob es nun um eine generelle Betreuung geht, die zum Job passt, bei Krankheit der Kinder oder in den sogenannten Randzeiten, wir kamen alle schon an unsere Organisationsgrenzen.
Um der ganzen Panik, die in solchen Situationen oft herrscht, die Luft zu nehmen, stelle ich euch ein Paar Adressen vor, die zumindest als Startpunkt eurer Recherchen und des darauffolgenden Telefonmarathons dienen können.

Freie Betreuungsplätze

Der Job nach der Elternzeit kommt doch schneller als gedacht oder man zieht um, dann könnt ihr euch über freie Betreuungsplätze auf folgenden Internetseiten informieren:

Freie Plätze in Nürnberg

Freie Plätze in Fürth

Freie Plätze in Erlangen

Darüber hinaus lohnt sich immer ein Anruf beim fmf-familienbüro in Stein (Tel. 0911 – 2552990) . Hier können euch Tagesmütter vermittelt werden, die teilweise bis ins Schulkindalter betreuen. Vielleicht eine interessante und vor allem flexiblere Alternative zum Hort.
Zudem vermitteln sie zu Großtagespflegestellen und Waldgruppen.

Flexible Betreuungsmöglichkeiten

Benötigt ihr nur ab und zu Unterstützung oder einen Babysitter, so könnt ihr euch an folgende Stellen wenden:

Fürth: Mütterzentrum Fürth (Babysitter, Spielgruppen, Omas gute Stube)

Nürnberg: BRK Kreisverband Nürnberg-Stadt (Babysitter)

Überregional: Bezirksjugendwerk der AWO Ober- und Mittelfranken (Babysitter, Ferienbetreuung)

Randzeitenbetreuung

Die Kita macht um 16.30 zu und man muss bis 17.00 arbeiten – eine schwierige Situation, die mittlerweile immer mehr Eltern trifft.
Hierzu hat das Mütterzentrum in Fürth das Betreuungsnetzwerk / Randzeitenbetreuung ins Leben gerufen. Ihr erreicht Frau Schieche oder Frau Wenzel unter Tel. 0911-772799.

Ebenfalls bieten einige Tagesmütter des fmf-familienbüros Randzeitenbetreuung an.
Tel. 0911 255 2990

In Erlangen ist das Erlanger Bündnis für Familien ein guter Anlaufpunkt. Hier wird einem ebenfalls geholfen die Randzeiten zu organisieren. Tel. 0 91 31 – 86-16 86
Als Alleinerziehende/r kann man in Erlangen auch einen Zuschuss zur Randzeitenbetreuung erhalten.

Notmütter und -väter

Wenn ein Kind krank ist oder sogar man selbst flach liegt, springen Notmütter und -väter ein. Im Falle der eigenen Krankheit können sogar dir Kosten – oder ein Teil – von der Krankenkasse übernommen werden.
In Fürth ist hier auch das Mütterzentrum (Karin Baer 0911 – 475 49 48) für die Organisation zuständig und in Erlangen das Bündnis für Familien mit dem Känguru-Team (Tel. 0160 – 90 23 04 85).
In Nürnberg gibt es die Familienpflege Nürnberg Tel. 0911- 28 43 05.
Überregional hilfet der Notmütterdienst der Familien- und Seniorenhilfe e.V.

 

Wie oben schon angemerkt, die Liste ist keineswegs komplett und es gibt bestimmt noch weitere Anlaufstellen.

Und nun wünsche ich euch viel Kraft und Ausdauer bei der Organisation eurer Kinderbetreuung!

Eure Astrid von Mama sucht Arbeit

P.S.: Habt ihr mit der einen oder anderen Institution schon Erfahrung gemacht? Schreibt mir doch über eure Erfahrungen und helft so anderen Eltern bei Ihrer Suche!

Bild: pixabay.de – TJENA