23 Nov

Besuch auf der Messe „Vereinbarkeit Beruf und Familie“

Um zehn bin ich gemütlich bei der Messe im Karl-Bröger-Haus aufgeschlagen und musste feststellen, dass es weniger eine Messe ist, mehr eine Vortragsreihe mit Infoständen. Schade, denn da es im Vorfeld kein Programm gab, hatte ich leider den Vortrag von Aniko Willems: „Kraftvoll und stimmig!- Ziele setzen, die zu Ihnen passen!“ verpasst. Ich denke, das war der beste des ganzen Vormittags. Die weiteren Vorträge richteten sich eher an Frauen und Männer, die länger nicht im Erwerbsleben waren oder nochmals eine Ausbildung in Teilzeit machen wollten. Also eher eine Infoveranstaltung für Mütter und Väter, wie sie wieder in den Beruf finden. Dementsprechend war auch am Stand von unserem Mütterzentrum und MGH Fürth, der die Vereinbarkeit unterstützt, wenig los. Man benötigt noch keine Haushaltsnahen Dienstleistungen, wenn kein Job in Aussicht ist. Die Alternative als Dienstleister zu arbeiten hat auch niemanden vom Hocker gehauen. Zitat einer Dame:“ Ich putze schon genug zuhause, warum soll ich noch bei anderen putzen? Ich will im Büro arbeiten, so wie alle anderen auch.“
Der Titel der Messe war somit leider etwas irreführend und hätte eher Messe für Wiedereinsteiger genannt werden können.

Aber jetzt zu mir. Mein Gespräch mit Frau Willems war fantastisch. Sie hat zwei Kinder, ist alleinerziehend und zieht gerade ein neues Start-up hoch. Meine Hochachtung! Ihr Projekt Balanced Working Mom, kurz bawom, ist eine Online-Training um die Resilienz von arbeitenden Müttern zu stärken. Sie weiß genau wovon sie redet, da sie es täglich am eigenen Leib erfährt. Das erste Training findet im nächsten Frühjahr statt und ich bin gespannt. Wenn ich Zeit finde, darf ich es vorher sogar mal testen.

Danach durfte ich noch eine nette Unterhaltung mit Frau Säuberlich von der Agentur für Arbeit führen. Wer meinen Posts auf Facebook folgt, bekommt mit, wie sehr ich hin und her gerissen bin, ob man sein Kind im Lebenslauf erwähnen soll oder nicht. Sie meint das sollte erst im Vorstellungsgespräch auf den Tisch kommen, also weglassen. Man sollte mit seinem Fachwissen und Fähigkeiten überzeugen! Genauso empfiehlt sie Weiterbildungen auf dem Stand der Zeit zu bleiben. Hinsichtlich Weiterbildungen gehe ich mit ihr Konform, jedoch mein Kind bleibt im Lebenslauf.

Jedes Kind macht seine Mutter bzw. Eltern doch erst zu dem was sie ist / sind.
Ohne mein Kind wäre ich heute nicht Vorstand im Mütterzentrum und MGH, ich würde viele fantastische Menschen nicht kennen. Ohne meinem Kind wäre ich auch nicht auf der Messe gestern gewesen. Mein Kind ist also ständig präsent auch wenn es nicht bei mir ist. Es ist wichtig in meinen Augen das zu erkennen, dass man mit Kind nicht mehr der oder die selbe ist. Das ist aber nicht schlecht. Gestern kam mir teilweise alles so vor, als ob man die Kinder kaschieren, die Hindernisse so gut wie möglich kontrollieren möchte um mit den kinderlosen Mitmenschen gleich zu sein. Aber ich bin nicht gleich. Und das ist gut so.

Fazit: Es waren (für mich) weniger interessante Vorträge, nette Gespräche und ich weiß, was ich nicht tun werde.