06 Mai

Wenn es dir wichtig ist, gibt es kein OB sondern nur ein WIE – Ein Interview mit Olga Dick der Geschäftsführerin von Amoonìc.

Im Jahr 2011 gründeten Olga Dick und Sabine Linz die Amoonìc GmbH. Angetrieben von ihrem Ehrgeiz und der Liebe für Schmuck, entstand die Idee eines Online-Juweliers für individualisierbaren Echtschmuck. Heute beschäftigen die beiden Geschäftsfrauen rund 22 Mitarbeiter und Amoonìc hat sich als Marke etabliert. „Wir machen aus unserem Unternehmen, den aufregendsten Ort der Welt!“ ist das Motto unter dem tagtäglich traumhafte Schmuckstücke entstehen, die ihre Kunden begeistern.
(www.amoonic.de)

Mit Olga durfte ich ein sehr authentisches – von Mutter zu Mutter und Unternehmerin zu Unternehmerin – und erfrischendes Interview führen.

Liebe Olga, ich habe gelesen, dass du während der Gründung von Ammonìc 2011 deine Tochter bekommen hast. Wie hast du diese Phase gemeistert? Man verbindet doch mit Unternehmensgründungen eher 60 Stunden Wochen. Wie geht das?

Ja, meine Tochter kam mitten in der Gründung zur Welt und ich habe selbst im Krankenhaus Mails gecheckt. Zwei Wochen nach der Entbindung reichte ich auch den EXIST-Antrag (ein Programm zur Förderung von Gründungen).
Zum Glück war meine Tochter ein Vielschläfer und ich habe Prioritäten gesetzt. Mein Kind und die Gründung standen an erster Stelle. Ich durfte von mir also beispielsweise keine perfekte Haushaltsführung erwarten.
Bei der Betreuung meiner Tochter unterstützten mich meine Mutter und Oma. Zu einem längeren Termin mit dem Steuerberater kam meine Mutter beispielsweise mit und sie lief während meines Gesprächs mit meinem Kind im Gang auf und ab. In Pausen konnte ich somit auch stillen.
Ich hatte auch nie Zweifel an meinem Vorhaben zu Gründen. Es gab nie die Frage OB, sondern immer nur WIE.
Mein wichtigste Erfahrung aus der Zeit war jedoch, dass ich mich manchmal selbst vergessen habe. Darauf achte ich mittlerweile.

Wie seid ihr als Gründungsteam du, Sabine, Michael und Andreas miteinander in dieser Phase umgegangen? Wie habt ihr die Arbeit aufgeteilt?

Natürlich hatten die anderen im Team Bedenken, auch weil wir keine jahrelangen Freunde waren, sondern uns zum Gründen gefunden haben.
Ich habe es offen angesprochen und auch Verständnis gezeigt, dass sie ihre Zweifel an meinem Engagement haben dürfen. Meine klare Botschaft war allerdings, dass mein Wunsch des eigenen Unternehmens bestehen bleibt und ich trotz allem alles geben werde.
Im Nachhinein kann ich sagen, dass wir einen sehr verständnisvollen Umgang untereinander hatten.
Für mich habe ich daraus gelernt Prioritäten zu setzen und dass es auch möglich ist in wenigen Stunden produktiver Arbeit mehr zu erreichen, als teils an einem ganzen Tag – eben weil einfach keine 16 Std. Tage möglich waren.
Mit dem Übergang in die Krippe wurde das Leben dann wieder „normaler“ was jedoch nicht heißt, dass man es nicht annehmen muss, wenn das Kind krank ist. Dann ist das eben so und man muss das Tempo runterschalten.

Wie regelst du heute für dich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Mein Sohn ist heute fast ein Jahr und ich bin diesmal klassisch in Elternzeit. Durch neue Technologien und Tools z.B. virtuelle Teams habe ich, ohne vor Ort im Unternehmen zu sein, Einblick in vieles und kann somit manchmal steuern oder Tipps geben.
Mein Team kommt auch ohne mich gut klar, da wir meine Elternzeit über drei bis vier Jahre vorbereitet haben, in denen wir einen Kollegen in der Geschäftsführung in meinen Aufgaben fit gemacht hatten. Meine Gründungspartnerin hat mittlerweile auch schon zwei Kinder und hier haben wir ebenfalls während der Elternzeit ihre Aufgaben unter uns aufgeteilt. In solchen Situationen ist ein Gründungsteam von 4 Personen schon sehr von Vorteil und natürlich die gute Vorbereitung.
Im Laufe des Jahres, sobald ich einen Krippenplatz für meinen Sohn habe, komme ich wieder ins Unternehmen zurück und starte neu durch. Wobei ich sagen muss, dass ich mit Leib und Seele Unternehmerin bin, mein Kopf oft beim Unternehmen ist und ich Lösungen oder Ideen beim schieben des Kinderwagens finde. Für mich ist die Verbindung von Arbeit und Leben etwas Natürliches und mich belasten meine Gedanken zum Unternehmen nicht.

Kommen wir zu Amoonìc: Wie würdest du eure Unternehmenskultur beschreiben? Lebt ihr bestimmte Werte?

Ja, wir leben Werte, aber ohne sie jetzt an die Wand zu hängen. Wir als Gründerteam legen Wert auf gegenseitige Ehrlichkeit und leben Transparenz – im Sinne, dass wir gemeinsam arbeiten und nicht jeder im stillen Kämmerchen sein eigenes Süppchen kocht. Freiheit ist uns sehr wichtig. Von niemanden wird erwartet am Arbeitsplatz zu kleben, denn viele Ideen kommen wo anders. Ich ermutige meine Mitarbeiter auch mal den Arbeitsort zu wechseln, ob es jetzt der Aufenthalt in unserer Küche ist oder sie gehen in die Natur. Ein wenig absprechen muss man sich hier natürlich, dass nicht alle raus gehen und das Telefon ist nicht mehr besetzt.
Zudem geben wir allen Mitarbeitern zu Beginn einen Vertrauensvorschuss. Wir glauben, dass jeder etwas besonders gut kann und sind geduldig und flexibel während der persönlichen Entwicklung. Auch bei ganz neuen Aufgaben, jeder darf seine Leidenschaft finden. Daneben unterstütze ich unsere Mitarbeiter mit Coaching, höre ihnen zu und gebe Tipps um ihnen zu ermöglichen selbst zu wachsen.

Wie realisiert ihr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für eure Mitarbeiter?

Punkt eins und der wichtigste ist Verständnis haben. Verständnis zu haben, dass an einem Punkt im Leben der Kinderwunsch besteht. Kinder sind bei uns willkommen und etwas ganz Natürliches! Klar ist die Elternzeit etc. eine finanzielle Belastung für das Unternehmen, aber das ist ok für uns. Bei uns muss keine Mitarbeiterin Angst davor haben uns mitzuteilen, dass sie schwanger ist. Bei uns wird offen damit umgegangen und wir wussten sogar bei einer Mitarbeiterin ungefähr wann sie Kinder plant.
Sind Kinder krank, ist das einfach so und wir zeigen Verständnis, denn durch ein schlechtes Gewissen der Mutter wird ein Kind nicht weniger krank.

Wie findet ihr neue Mitarbeiter*innen und wählt sie aus?

Ja, das ist die Königsdisziplin und ein Lernprozess für uns als Unternehmer. Man eignet sich hierfür über die Jahre Menschenkenntnis an und sollte sich auch etwas für Psychologie interessieren.
Aber grundsätzlich müssen neue Mitarbeiter zu unseren Werten passen und ein ähnliches Mind Set haben. Die Fähigkeiten sind schon wichtig, jedoch nachrangig.
Die Einarbeitung haben wir mittlerweile viel mit Videos gestaltet, so können sich neue Mitarbeiter viele Dinge selbst beibringen und das Lernen – auch für bestehenden Mitarbeiter – fällt mit Hilfe der Videotutorials leichter.

Zum Abschluss noch: Was war dein wichtigstes Learning der letzten Jahre?

Ich muss kein schlechtes Gewissen haben. Normalerweise hat man, ist man beim Kind, ein schlechtes Gewissen dem Unternehmen gegenüber und andersherum, ist man in der Arbeit denkt man wieder ans Kind. Wichtig war mir einzugestehen, dass ich alles so gut mache, wie ich es kann. Einfach mein bestes gebe und ich keine Maschine oder Roboter bin.
Viele Fragen mich, ob ich gut schlafen kann. Ja, das kann ich, weil ich erstmal nichts muss und den Rest mache ich so gut ich kann.

In diesem Sinne, bedanke ich mich nochmals für das wunderbare Gespräch und irgendwann schaffen wir es mal auf einen Kaffee!

Beitragsbild: pixabay.de – photochur

19 Mrz

Working Out Loud – Circle : Members gesucht!

Hast du Lust neue Wege zu gehen, ein dir schon lange vorgenommenes Ziel zu erreichen oder einfach neue Formen des Netzwerkens kennenzulernen?

Wir wollen ab Ende März / Anfang April einen WOL – Circle in der Metropolregion Nürnberg starten.

„Working Out Loud ist ein Weg, um Beziehungen aufzubauen, die dir auf verschiedene Weise helfen können, ein Ziel zu erreichen, eine Fertigkeit zu entwickeln oder ein neues Thema zu erforschen. Anstatt sich zu vernetzen, um etwas zu bekommen, investierst du in Beziehungen, indem du im Laufe der Zeit Beiträge leistest, einschließlich deiner Arbeit und Erfahrungen, die du sichtbar machst.Wenn du „Working Out Loud“ anwendest, bauen deine Beiträge im Laufe der Zeit Vertrauen auf und vertiefen ein Gefühl der Verbundenheit, wodurch sich die Chancen für Zusammenarbeit und Miteinander erhöhen. Du bist effektiver, weil du Zugang zu mehr Menschen, Wissen und Möglichkeiten hast, die dir helfen können. Außerdem fühlst du dich besser, weil dir dein größeres Netzwerk mit sinnvollen Beziehungen ein stärkeres Gefühl von Kontrolle, Kompetenz und Verbindung gibt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit erfährst du mehr darüber, was du willst und was du zu bieten hast. All dies führt zu mehr Motivation für den Einzelnen und zu mehr Agilität, Innovation und Kooperation für ein Unternehmen.“
(Erste Schritte zu WOL-Circle :Workingoutloud.com)

Zwölf Wochen lang treffen wir uns einmal pro Woche zum Austausch, gegenseitiger Unterstützung und Bearbeiten des WOL – Leitfadens.

Wir wollen uns an verschiedenen Orten der Metropolregion zu treffen um gleichzeitig neue Ecken unserer Heimat kennenzulernen.

Genaue Termine und Orte vereinbaren wir sobald wir vier bis fünf Teilnehmerinnen sind.

Aktuell sind wir zu dritt und suchen noch ein bis zwei Teilnehmerinnen. Wenn du also auch neue Ziele erreichen oder einfach neues kennenlernen möchtest, bereit bist deine Zeit zu investieren, sodass wir uns gegenseitig im Team voranbringen und dazu noch Mutter bist, schreib mir!

Ich freue mich auf deine Nachricht (post@astridlehmeyer.de).

Deine Astrid

26 Feb

Tausend Gründe für Teilzeitarbeit

Oh, naja, Tausend bekomme ich nicht aufgezählt, aber doch einige. Beginnen wir mit dem naheliegensden Grund: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Familie braucht nun mal Zeit und viele würden nun ganz platt sagen, warum habe ich denn eine Familie, wenn ich keine Zeit für sie habe? Was kostet uns die meiste Zeit des Tages – die Arbeit. Also wird hier reduziert. Meist macht das die Frau, aber auch viele Väter würden gerne in Teilzeit arbeiten. Moderne Paare möchten die Kinderbetreuung gleichberechtigt aufteilen. Hierzu würden sich zwei Arbeitsstellen mit reduzierter Vollzeit (z.B. 80%) anbieten. Neben der Vereinbarkeit gibt es noch weitere Lebensumstände, die die Reduktion von Arbeitszeit erfordern. Die Pflege von Angehörigen beispielsweise. Dabei muss der zu pflegende Angehörige nicht mal mit im Haushalt leben. Wer bereits mit pflegebedürftigen bzw. unterstützungsbedürftigen Menschen zu tun hatte, weiß, dass selbst bei geringem Pflegeaufwand, wie Einkaufen, das Erledigen von Botengängen und sonstigen Unterstützungsaktivitäten, wenn derjenige noch in seinen eigenen vier Wänden wohnt, immens zeitaufwändig ist. Ein weiterer Grund für Teilzeit ist die Altersteilzeit. Ab dem 55. Lebensjahr haben Arbeitnehmer die Möglichkeit in Altersteilzeit zu gehen um einen gleitenden Übergang in die Rente zu gestalten. Die Gründe für Altersteilzeit sind vielfältig. Man möchte vielleicht mit seinem*r Lebenspartner*in mehr Zeit verbringen und reisen oder entdeckt neue Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Manch einer möchte auch nur einen gleitenden Übergang in die Rente und schon vorher weniger arbeiten. Das ist auch bereits der nächste Punkt für die Arbeit in Teilzeit. Der Trend zur Erhöhung der Lebensqualität und Selbstverwirklichung nimmt weiter zu. Vielleicht will man neben der Arbeit sich noch mit der Leidenschaft, die einen bereits seit Jahren begleitet, selbständig machen. Das ist auch finanziell nicht mal ungeschickt. Das werde ich jedoch in einem gesonderten Beitrag genauer beleuchten. Ein anderer Grund ist auch einfach die Stressbelastung zu reduzieren. Eine Vollzeitstelle umfassen auf dem Papier 40 Wochenstunden, jedoch ist hier kein Arbeitsweg mit eingerechnet. Bei einer 80% Stelle, beispielsweise der Reduktion auf eine 4-Tage-Woche, spart man zusätzlich an einem Tag den Weg zur Arbeit. Bei einem halbstündigen Arbeitsweg ist das eine Stunde zusätzlich pro Woche. Die Techniker Krankenkasse hat in der Studie „Entspann dich Deutschland“ herausgefunden, dass Teilzeitarbeitnehmer weniger von der Arbeit gestresst sind. Die Arbeitszeit also im direkten Verhältnis zum Stressempfinden steht. Weniger Wochenstunden bedeuten somit weniger Stress. Ist das Stresslevel insgesamt geringer, ist man grundsätzlich leistungsfähiger. So kann bei weniger Arbeitszeit bessere Arbeit geleistet werden. Die Vier-Tage-Woche bei Bike Citizens wird beispielsweise als Vollzeitwoche bezahlt. Anfangs wurde wegen der geringeren Arbeitszeit auch ein niedrigeres Gehalt ausbezahlt. Da allerdings die Umsätze durch die effizientere Arbeitsweise stiegen, liegt das Gehalt mittlerweile wieder auf Vollzeitniveau. Weniger Arbeitszeit muss folglich nicht gleich weniger Gehalt bedeuten. Und selbst, wenn weniger Gehalt übrig bleibt, hat man im Vergleich einen höheren Netto-Stundenlohn. D.h. Man arbeitet zwar 80% bekommt jedoch 83% seines Netto-Gehalts (bei 3000€ Brutto und Lohnsteuerklasse I im Teilzeit-Netto-Rechner berechnet). Es spricht folglich relativ viel für die Arbeit in Teilzeit – mit einer fairen Gestaltung der Teilzeitstelle. Letztendlich kommt es jedoch darauf an, wieviel Zeit Jede*r für die Arbeit aufbringen kann oder möchte. Wichtig ist vielleicht noch, dass es unterschiedliche Arten von Teilzeit gibt. Oftmals hat man eine halbe Stelle also meist 20 Wochenstunden im Kopf, wenn das Gegenüber von Teilzeit spricht. Grob lässt sich Teilzeit in verschiedene Modelle einteilen: Teilzeit Die klassische Teilzeitstelle bewegt sich zwischen 15 und 30 Stunden pro Woche und diese werden entweder in mehrere halbe Tage oder z.B. bei 20 Wochenstunden in 2,5 Tage aufgeteilt. Reduzierte Vollzeit Man geht hierbei von ca. 80% der Vollzeittätigkeit aus, also mehr als 30 Std in der Woche. Meist wird hierbei die Arbeitswoche auf vier Tag verkürzt oder nur an zwei Tagen halbtags gearbeitet. Tandems Im Tandem oder Jobsharing teilen sich zwei Teilzeitkräfte eine Vollzeitstelle oder eine Position, die auch mehr als eine Vollzeitstelle ausfüllen könnte. Auch Unternehmensführungen gibt es bereits im Tandem. Herausforderung ist hierbei die ständige Kommunikation der Tandempartner und eine effiziente Aufteilung der Aufgaben. Teilzeit ist somit nicht Teilzeit und je nach persönlichen Prioritäten überwiegt der Zugewinn an Lebensqualität sowie die Reduktion an Stress im Vergleich zu den Gehaltseinbußen. Wie man mit geschickter Planung und Teilzeitarbeit trotzdem den Lebensstandard im Vergleich zu einer Vollzeitstelle halten kann – im nächsten Beitrag.
12 Feb

Wir müssen mal über Geld reden…

„Mir ist Geld nicht so wichtig. Ich lege wesentlich mehr Wert auf Vereinbarkeit“

„Hauptsache ich habe wieder einen Job, komme raus und kann ein bisschen was dazuverdienen“

Das sind nur zwei Sätze, die ich öfter bei meiner Arbeit höre und langsam macht mich das wirklich traurig. Ja, Vereinbarkeit durch zur Kinderbetreuung passender Arbeitszeiten, der Beitrag zur Familienkasse, die bezahlten Krankenversicherungsbeiträge oder ein bisschen Abwechslung im Leben sind wichtig, aber – jetzt muss ich Luftholen, sorry – ihr sollt auch was verdienen! Oder habt ihr vor den Kindern nichts verdient?

Vor kurzem ist es mir wieder passiert:
Ich handle mit dem Unternehmer ein Gehalt von 1800 € für 20 Std. aus und im Vorstellungsgespräch sagt die Dame dann folgendes: „Naja, ich kann auch 24 Std. in der Woche arbeiten und 1000€ netto genügen mir“ (Anmerkung, das entspricht einem Brutto von 1300€. D.h. bei dieser Aussage hat sich die Dame mal ratzfatz von einem Stundenlohn von ca. 21,40 € zu einem Stundenlohn zu 12,90 € reduziert. Das sind fast 40% weniger!). By the way, die 1800 € waren ihr im Vorfeld bekannt, da ich sie mit ihr abgesprochen hatte.

Das Traurige daran ist, dass mir das öfter passiert. Aussagen wie durch meine nicht vorhandene Flexibilität, kann ich nicht mehr so viel verlangen höre ich eigentlich andauernd. Als Unternehmer freut man sich natürlich riesig darüber, denn man bekommt eine gut qualifizierte Arbeitskraft für lau.

Jetzt kommt bestimmt gleich wieder der Einwand „aber sonst bekomme ich gar keine Arbeitsstelle, ich bin schließlich nicht flexibel“. Ein guter Einwand, aber die Rahmenbedingung ist nicht alles (das wird aktuell von der Politik sehr aufgebauscht, dazu schreibe ich demnächst garantiert auch was).
An den Rahmenbedingungen ist beispielsweise bisher bei mir keine Vermittlung gescheitert!
Dafür an der Kenntnis über die eigenen Fähigkeiten. Hä? Was hat das mit dem Gehalt zu tun, fragt ihr euch nun?
Gut, eine Grundlage in den Gehaltsverhandlungen ist die Kenntnis seiner eignen Fähigkeiten und Stärken. Denn nur, wenn ihr wisst, was ihr richtig gut könnt und auch warum, dann seid ihr in der Lage zu verhandeln.

Einfaches Beispiel: Vor euch liegen im Laden ein iPhone und so ein chinesische Billighandy. Von Aussen schauen die beiden mittlerweile ziemlich gleich aus. Beim Preisunterschied wird es einem aber fast schlecht. Kommt jetzt der Verkäufer um die Ecke, dann wird der euch aber ganz flott den Unterschied erklären, angefangen von der Leistung, dem Display bis hin zur Kamera gibt es garantiert Unterschiede. Er weiß also, was er verkauft. Wenn der Verkäufer gut ist, geht ihr mit dem teuren Gerät aus dem Laden und seid glücklich.

Also: Wenn ihr mehr Gehalt wollt, dann schreibt euch mal eine Liste, was ihr alles geleistet habt, was ihr gelernt habt und warum ihr manche Dinge besser macht als viele andere. Am besten sucht ihr euch dazu noch Beispiele. Und nein, es ist nicht alles selbstverständlich.
Mit dieser Liste geht ihr selbstbewusst in Gehaltsverhandlungen (ja, ich weiß, das ist leichter gesagt als getan) und holt euch, was ihr verdient.
Und bitte lasst die Rahmenbedingungen weg. Wenn ihr wirklich überzeugend seid, dann lassen viele Chefs und Chefinnen mit sich reden (sofern es die Branche erlaubt, aber auch da gibt es Lösungen).

Noch abschließend:
Folgenden Kommentar habe ich auch schon mehrfach gehört: „Aber ich brauche doch gar nicht so viel Geld, was mache ich dann damit“. GANZ EINFACH: Fangt damit an eure Rentenlücke zu schließen…
Wenn ihr nicht wisst wie, schaut bei Madame Moneypenny vorbei.

Und nun auf, macht euch Gedanken darüber wieviel ihr Wert seid. Denn Bescheidenheit ist zwar eine Tugend und die wurde unteranderem auch mir eingeimpft, nur meine Miete zahlt die nicht.
(Wenn ihr gar keine Ahnung habt, wie ihr beginnen könnt oder noch ein ABER in den Raum werfen wollt, so schreibt mir, denn nur wenn wir darüber reden, finden wir Lösungen.)

Eure Astrid

 

Beitragsbild: pixabay.com – angelolucas

 

 

31 Jan

Familienbewusstsein und Werte im Unternehmen oder „Succeed as a family“

Wie bedingen sich Werte und Familienbewusstsein im Unternehmen? Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus und was sind Herausforderungen, wenn man in einem Unternehmen arbeitet, welches die Corporate Social Responsibility lebt und nicht nur als Managementtool oder für das Employer Branding nutzt?

Das sind nur einige Fragen, die sich im Interview mit Nicolei Rademacher, dem Geschäftsführer der Solberg International GmbH ergeben haben.
Kurz zum Hintergrund von Solberg:
Solberg besteht seit 50 Jahren, wurde 1968 von Charlie Solberg gegründet und wird mittlerweile von dessen Kindern geführt. Das Unternehmen, welches Filter, von ganz klein bis groß, entwickelt und herstellt ist ein klassischer Produktionsbetrieb mit internationalem Vertrieb. Eigentlich eine unspektakuläre Branche, jedoch hat die Familie Solberg eine Unternehmensphilosophie entwickelt, die es eine Vorreiterrolle übernehmen lässt. Im Rating der Zeitschrift Future Leader ist es untern den 100 nachhaltigsten Unternehmen aufgeführt.

Nachdem Herr Rademacher und ich uns über eine Stunde im Gespräch die Bälle zugeworfen haben und meine Fragen im Flow hinfällig wurden, lässt sich kein klassisches Interview schreiben. Ich werde stattdessen die wichtigsten Punkte zusammenfassen.

Der Leitsatz von Solberg: „Du hilfst dir selbst indem du anderen hilfst.“

Dieser Leitsatz durchdringt das ganze Unternehmen, durch alle Hierarchien und steht über allen kulturellen Besonderheiten der Mitarbeiter weltweit.
Zum einen prägt dieser Leitsatz die Beziehungen zu den Kunden und zum anderen auch der Mitarbeiter untereinander.
Konkret in der Umsetzung bedeutet dies, dass Solbergh stärkenorientiert einstellt und absolut geschlechtsunabhängig. Die Position des CFO (Chief Finance Officers), eigentlich eine Männerdomäne, ist bei Solberg mit einer Frau besetzt, da sie diesen Job ganz einfach am besten macht. Ebenso ist die eine der Firmeninhaber eine Frau. Sarah Solberg ist Mutter von vier Kindern und International Sales Development Manager. Frauen an diesen Schlüsselpositionen haben auch einen Einfluss auf die Unternehmenskultur.

Oder anders herum eine ausgeprägte Unternehmenskultur ermöglicht es Familie und Beruf zu vereinen.

Was ist dann an der Unternehmenskultur bei Solberg besonders?

Es wird das Unternehmen als Familie gelebt. Die Grundstruktur des Zusammenlebens ist die Familie, weshalb sollen die Werte der Familie nicht übertragbar sein?
Hieraus ergibt sich ein, nennen wir es, ein elterlicher Führungsstil, der bei der persönlichen Entwicklung unterstützt und begleitet. Im Gegenzug wird, wie in einer Familie, allerdings auch gefordert und jedes Mitglied bzw. Mitarbeiter muss in der Lage sein, Verantwortung zu übernehmen.
Jede/r neue Mitarbeiter/in bekommt einen Vertrauensvorschuss und wird in die Familie aufgenommen. Insgesamt wird durch die gegenseitige familienähnliche Unterstützung die emotionale Bindung ans Unternehmen und die Authentizität der Mitarbeiter gefördert. Ebenso ist die Mitarbeiterfluktuation fast nur durch Rente bestimmt. Natürlich gibt es Menschen, die mit dieser Form der Unternehmenskultur nicht konform gehen oder sich verändern.

Generell wird aber auf persönliche Veränderungen oder private Herausforderungen der Mitarbeiter eingegangen. Mitarbeiter, die sich verändern möchten, dürfen dies und werden gefördert. So kann es vorkommen, dass eine Mitarbeiterin des Qualitätsmanagements nach Jahren in die Buchhaltung wechselt, weil sich ihre Interessen verschoben haben. In einem Unternehmen mit flachen Hierarchien ist das zwar eine Herausforderung, jedoch mangelt es nicht an Aufgaben.

Die familiäre Unternehmenskultur lässt allerdings auch nicht vergessen, dass jeder Mitarbeiter eine eigene Familie hat. Konkret bedeutet dies in der Umsetzung beispielsweise auf die gegenseitigen Familienzeiten zu achten und nicht beim Abendessen zu stören. Im internationalen Austausch kann das manchmal schon eine Herausforderung sein.
Natürlich gibt es Kernarbeitszeiten, wenn jedoch durch die Krankheit des Kindes diese nicht eingehalten werden können, wird das nicht als Problem angesehen, sondern es liegt in der Verantwortung eines jeden Mitarbeiters sich in diesem Fall die Aufgaben so einzuteilen, dass sie erledigt werden können.
Arbeit sollte als Teil des Lebens angesehen werden und nicht separiert. So kann es denn vorkommen, dass das Leben, also die Kinder in eine Skype-Konferenz platzen.
Nehmen die Herausforderungen im Leben eines Mitarbeiters zu, wird dieser auch nicht fallengelassen, ähnlich eines familiären Zusammenhalts.

Was bedeutet das folglich für eine Führungskraft?

Zum einen muss bei Solberg eine Führungskraft Vorbild sein. Der Vorbildcharakter zieht sich bis hin zum Unternehmen an sich, was soziales Engagement unterstützt, Nachhaltigkeit fördert (auch an den eigenen Produktionsstätten), Meetings nur in ausgewählten Hotels veranstaltet, die Gesundheit der Mitarbeiter fördert uvm.

Zum anderen sollte man neben der Mitarbeiterförderung auch an der eigenen persönlichen Entwicklung interessiert sein. Mit konstruktiver Kritik muss man umgehen können und in der Lage darüber zu reflektieren.

Man könnte meinen, bei dieser Unternehmenskultur möchte jeder bei Solberg arbeiten, doch ist es nicht so einfach Mitarbeiter zu finden bzw. sie zu erkennen, die ebenso verantwortungsbewusst leben und ähnliche familiären Werte vertreten.
Eines der Auswahlkriterien ist, ob man seine Freizeit auch mit den Kollegen verbringen würde. Folglich kommt es stark auf die Persönlichkeit an, dass man zu Unternehmen passt.

Zum Schluss interessiert mich noch, wie Herr Rademacher für sich persönlich Vereinbarkeit von Familie und Beruf umsetzt?

Eigentlich ganz normal: Am Morgen gilt die Regel, erst der Kindergarten dann das Handy und auch er benötigt Netzwerke, wie die Großeltern um die Betreuung der Kinder zu sichern.

Das wohl wichtigste hat allerdings seine Frau über ihn gesagt:
„Das ist die beste Firma, bei der du bisher warst, weil du dadurch ein besserer Mensch geworden bist.“

 

Mit diesem Satz schließe ich auch das Interview und möchte mich nochmals ganz herzlich bei Herrn Rademacher von Solberg bedanken.
Der Einblick in eine Unternehmenskultur, die einfach Werte lebt statt viel darüber zu veröffentlichen ist sehr interessant. Vor allem auch im Hinblick auf die Entwicklungen im Personalmarketing in den letzten Jahren, wo viele Unternehmen sich fantastische Leitsätze – auch in Hinsicht des Familienbewusstseins – auferlegt und kommuniziert haben.
Wichtiger als alle diese nach außen kommunizierten Leitsätze sind die tatsächlich verankerten Werte in der Unternehmenskultur, denn nur diese ermöglichen gelebtes Familienbewusstsein!

 

Beitragsbild: pixabay.com – pexels

08 Jan

Buchrezension – Beruf+Familie passt! von Nicole Beste-Fopma

[Werbung – unbezahlt]

Endlich finde ich Zeit euch den Ratgeber vorzustellen, der zeigt, was alles geht und nicht, was nicht geht.

Der Untertitel ist bereits vielversprechend: „So finden Eltern den richtigen Arbeitgeber“ und was ich sehr gut finde, die Autorin beginnt nicht mit der Jobsuche sondern viel früher, nämlich der Klärung der Rahmenbedingungen in der Familie und den Erwartungen der einzelnen Personen. Es kommt nämlich immer wieder vor, dass kurz vor der Vertragsunterschrift abgesprungen wird, weil zuhause doch nicht alles geklärt war.
Zudem werden verschiedene Arbeitsmodelle vorgestellt, denn Teilzeit ist oft nicht gleich Teilzeit.
Sehr hilfreich finde ich die vielen Checklisten beispielsweise einen Wochenarbeitsplan für den Haushalt, Kinder, Partnerschaft und Ich-Zeit oder eine Checkliste zur Kinderbetreuung.

Was ebenfalls nicht vergessen wird ist, die Pflege von Angehörigen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man hier erstmal komplett überfahren ist, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird  und es extrem viel Zeit kostet sich um alles zu kümmern. Eigentlich ist das (fast) wie ein zusätzliches Kind.

Ab dem dritten Kapitel geht es konkret um die Jobsuche. Vorrecherchen nach familienfreundlichen Unternehmen über Netzwerke (audits, Siegel, Bewertungsplattformen etc.), wie ich in Kurzform bereits in Beitrag familienbewusste Unternehmen beschrieben habe, durchsuchen verschiedener Kommunikationskanäle, Medien und Stellenanzeigen der Unternehmen werden beschrieben. Offline wird auf den Tag der offenen Tür beim Unternehmen und Messebesuche eingegangen.
An dieser Stelle fehlt mir der versteckte Stellenmarkt. Ein großer Teil der Stellen wird hierüber besetzt was ich ebenfalls schon in einem Artikel beschrieben habe.
Auch kommt mir das Netzwerken zu kurz. Im Coaching habe ich durch Kontakte schon vielen Bewerbern die Türen in Unternehmen geöffnet. Das Bewusstsein, dass man über seine Jobsuche mit Bekannten reden sollte, weil die vielleicht Ideen haben oder jemanden kennen ist sehr wichtig.

Die kommenden Kapitel geben Tipps für das Bewerbungsschreiben und das Vorstellungsgespräch. Auch der Umgang mit Vollzeitstellen, wenn man eigentlich Teilzeit arbeiten möchte, wird reflektiert. Die übliche Frage, packe ich die Kinder in den Lebenslauf oder nicht, wird ebenfalls diskutiert.
Schön finde ich die vielen Argumentationshilfen für das Vorstellungsgespräch und Tipps für den Umgang mit den rechtlich nicht erlaubten Fragen.

Hat es schließlich mit dem Job geklappt geht es in den letzten beiden Kapitel um das Thema Karriere mit Kindern und durchstarten über 40. Hier finden sich unter anderem Themen wie Führen in Teilzeit, Top-Sharing und Stellensuche mit Personalberatern.

Zusammengefasst ist es ein guter und auch sehr gut recherchierter Ratgeber zur Josuche.
Was mir allerdings fehlt ist der große Bereich der Jobsuche, die nicht klassisch über Bewerbung und Vorstellungsgespräch läuft. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Eltern ihren Arbeitsplatz über Eigeninitiative gefunden oder auch gestaltet haben. Die Leser, die neue und innovative Wege zur Jobsuche erwarten, werden leider enttäuscht. Jedoch ist es ein gutes Buch um sich über die eigenen Rahmenbedingungen im familiären Umfeld klar zu werden und um sich zu überlegen, welches Arbeitsmodell am besten zu einem passt. Die Argumentationshilfen sind auch gut um den aktuellen Arbeitsgeber beispielsweise zu überzeugen etwas an den Rahmenbedingungen zu schrauben.

Ich würde mal sagen, ein guter Anfang bei der Jobsuche und vor allem leicht zu lesen durch die vielen Übersichten und Checklisten.

Eure Astrid

28 Dez

Mein Jahresrückblick – Willkommen 2019

Ich bin eigentlich kein Rückblickschreiber, aber solch turbulente Jahre wie das letzte mit einigen Wendungen haben mal einen verdient.

Begonnen hat 2018 wie es aufhörte. Meine Hauptbeschäftigung war das Coaching im Rahmen von „Fit mit Kind“ und ein rumprobieren, wie ich Mama-sucht-Arbeit Unternehmen vorstellen kann. Da das Coaching allerdings meine überwiegenden Zeit- und mentalen Ressourcen verschlungen hat, blieb nicht mehr viel Kraft für den Rest. Mir lagen meine Teilnehmerinnen sehr am Herzen, aber ich konnte nicht so helfen wie ich wollte, da es einerseits bestimmte Eingrenzungen seitens der offiziellen Stellen gab und andererseits ich nicht ewig Energie hineinstecken kann, die zudem nicht gut und auch teils unbezahlt war. Ich könnte hier Geschichten erzählen, da würdet ihr die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und euch WTF fragen, aber das soll ja kein Jammerrückblick werden.
Mit der positiven Brille auf kann ich berichten, dass von 11 Teilnehmer_innen fünf in Jobs vermittelt wurden, zwei wagten den Schritt in die Selbständigkeit und eine weitere Teilnehmerin konnte im vergangenen Herbst im Rahmen einer meiner Projekte noch vermitteln. So gesehen eine richtig gute Bilanz.
Letztendlich wurde dann doch durch verschiedene Umstände das Coaching Mitte des Jahres eingestellt und ich kann euch sagen, ich war froh drum. Es war danach zwar eine finanzielle Lücke da, aber leere Räume füllen sich bekanntlicherweise wieder von selbst.

Wichtig ist, dass die Lücken sich allerdings sinnvoll füllen und vor allem ich nicht wieder in ein nächstes Projekt rutsche, das mich aufarbeitet und nicht genug dabei rausschaut.
So habe ich mir letztes Jahr an Pfingsten selbst versprochen, dass ich nicht mehr umsonst arbeite und Projekte beispielsweise rein auf Provisionsbasis annehme. Das Problem hierbei ist, dass ich Stellen ausschreibe, Gespräche mit Bewerbern führe etc.  und im Worst Case mein Auftraggeber über jemanden anderes einstellt oder ihm doch einfällt, dass er keinen Mitarbeiter benötigt. So steckt mindestens eine Woche Arbeit drin für nichts. Das können große Unternehmen machen, die vielleicht den Praktikanten beschäftigen wollen, jedoch nicht eine kleine Beratungsagentur, die qualitativ hochwertig arbeiten möchte und davon Leben muss also Miete, Krankenversicherung, Rente, Kindergarten uvm zahlen muss.

Wie schaffe ich also Verbindlichkeit? Ich habe mich getraut eine Auftragsgebühr einzuführen. Das heißt, ein Anteil des Honorars wird bei Auftragerteilung fällig. So wird zwar die Akquise nicht leichter, weil es ja von Beginn an was kostet, ich weiß allerdings, das mein Auftraggeber wirklich mit mir zusammenarbeiten möchte und nicht irgendwie umsonst mal anfragen will. Ich kann ja auch nicht unverbindlich Stellen ausschreiben, da kommt man sich als Bewerber_in auch veräppelt vor.
Also ich habe somit zum Juli meine Konditionen neu gestaltet und es hat funktionniert!
Seitdem habe ich mich voll auf Projekte und die Arbeit mit der Datenbank konzentriert. Durch die neue Auftragsgebühr hat der Prozess stark an Qualität gewonnen und durfte wirklich beraten bzw. endlich konnte ich so arbeiten, wie ich es für richtig halte. Was nicht heißt, dass ich nicht weiterhin ständig alles verbessere und nicht aus jedem Projekt etwas lerne.
Meine Ergebnisse dieses halben Jahres können sich auch wirklich sehen lassen.
Zwei Vermittlungen aus der Datenbank, wo beide Mütter sich sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Wochenarbeitszeit verbessert haben. Die Anfragen für die Datenbank nahmen auch von Unternehmensseite zu. Derzeit ist noch eine Anfrage offen – drücken wir die Daumen.
Durch die stete Kommunikation und meine Vernetzung mit Bewerber_innen u.a. über die sozialen Netzwerke hatte ich eine 100%ige Besetzungsquote bei den Rekrutierungsprojekten. Teils kamen innerhalb einer Stunde nach der Ausschreibung schon die ersten Bewerbungen.
Insgesamt habe ich im Rahmen von Rekrutierungsprojekten 15 Personen vermittelt. Davon waren 20% Männer, die weniger Stunden arbeiten wollten. Die Gründe dafür, werde ich demnächst in einem Extrabeitrag erläutern.
Interessant war auch, dass über die Hälfte der Bewerber_innen die Stelle gewechselt haben. Der neue Job war somit attraktiver als der vorherige.
Das war auch meist der Grund, weshalb bis zur Besetzung mehr als 4 Wochen vergangen waren. Bewerber_innen konnte ich immer innerhalb von zwei Wochen vorstellen, aber man muss danach schließlich noch die Kündigungsfrist mit einrechnen.

Soviel zu vergangenen Jahr. Im neuen darf es gerne so weiter gehen oder noch ein bisschen mehr werden. Hierzu wird es eine neue Homepage nur für die Rekrutierungsprojekte unter www.astridlehmeyer.de geben. Oftmals haben sich doch die Herren gescheut sich auf Stellen, die bei Mama-sucht-Arbeit veröffentlicht sind, zu bewerben. Die Seite Mama-sucht-Arbeit wird dann ausschließlich für die Datenbank genutzt und das Blogprojekt zur Vorstellung familienbewusster Unternehmen wird weiter ausgebaut. Wichtig ist es mir zukünftig viele positive Beispiele zu bringen um aufzuzeigen, dass sofern man genauer hinsieht auch gute Unternehmen findet.
Zusätzlich gibt es seit ein paar Tagen die Mama-sucht-Arbeit Facebookgruppe. Sie ist speziell an arbeitssuchende Mütter gerichtet zur Unterstützung und Motivation bei der Arbeitssuche. Hier beantworte ich all eure Fragen rundum die Jobsuche und bringe mein Wissen aus dem Coaching ein. Es sind nämlich häufig nur kleine Stellschrauben, die gedreht werden müssen und schon klappts mit dem Job.

Neben Facebook findet ihr mich auch immer häufiger auf Instagram. Hier nehme ich euch mit in meinen Alltag zwischen Arbeit, Kind und dem Versuch mich selbst nicht zu vergessen 😉

Und im Sinne der Work-Life-Balance höre ich nun auf zu schreiben und geh mit dem Hund an die frische Luft. Vielleicht läuft mir die / der ein oder andere über den Weg.
Ich würde mich freuen!

Eure Astrid

 

 

Bild: pixabay.de

04 Dez

Familienbewusste Unternehmen – was ist das und wie finde ich sie?

Viele Unternehmen schreiben auf Ihre Homepage, sie sind familienfreundlich und stellen einen Maßnahmenkatalog zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor.
In diesem Zusammenhang taucht ebenfalls immer wieder der Begriff „familienbewusst“ auf.
Ist das das Gleiche?
Macht man sich einmal mit der Begrifflichkeit vertraut, lassen sich schnell Unterschiede feststellen.

Familienfreundlich oder familienbewusst – was ist der Unterschied?

Familienfreundlich nennen sich viele Unternehmen. Sie schreiben es sich auf die Fahne, aber sind sie sich auch darüber bewusst, was es heißt Mitarbeiter mit Familie zu unterstützen? Genau das ist der Unterschied. Familienbewusste Unternehmen nehmen ihre Mitarbeiter individuell war und gehen auf ihre Bedürfnisse ein. Ein familienfreundliches Unternehmen kann also familienbewusst sein, muss es aber nicht. Denn zum Familienbewusstsein oder allgemein einem Bewusstsein über die Bedürfnisse ist Kommunikation auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern und gelebte familiäre Unternehmenskultur notwendig – also das, was wir uns eigentlich vorstellen.
Somit aufpassen, nicht überall wo familienfreundlich draufsteht ist eine familienbewusste Unternehmenskultur drin!

Fangen wir nun aber mal einfach an. Welche Unterstützungsmöglichkeiten können Unternehmen Eltern oder auch pflegenden Angehörigen geben?

Hierzu habe ich die Angebote der Unternehmen auf der Initiative familienbewusste Personalpolitik genauer angesehen und zusammengefasst.

Arbeitszeiten:

  •  flexible Arbeitszeiten (auch bei akuten familiären Pflegefällen)
  • Arbeitszeiten passend zur Kinderbetreuung
  • Homeoffice
  • Familienpflegezeit (Stundenreduktion auf Zeit)

Kinderbetreuung:

  • Ferienbetreuung (Feiertagsbetreuung z.B. Buß- und Bettag)
  • Betriebskindertagesstätte
  • Notfallbetreuung

Finanzielle Zuschüsse:

  • Zuschuss zur Kinderbetreuung

Information und Gesundheitsmanagement:

  • Familienorientierte Information, Beratung und Seminare (auch für pflegende Angehörige)
  • Weiterbildung während der Familienpause
  • Kurse zur Erhaltung der Gesundheit

Betriebsorganisation:

  • Begleiteter Wiedereinstieg nach der Elternzeit
  • Vertretungsregelung
  • Sensibilisierung der Führungskräfte
  • offene Kommunikationskultur

 

Interessanterweise führen nur zwei Unternehmen die offene Kommunikationskultur und ein Unternehmen die Sensibilisierung der Führung an. Dabei sind diese beiden Punkte mit die wichtigsten Eigenschaften zur Schaffung eines familienbewussten Unternehmens.
Ohne diese Eigenschaften können Unternehmen familienfreundliche Maßnahmen anbieten, jedoch wird es in verschiedenen Abteilungen und Teams verschiedene Umsetzungen geben. Ich denke, viele kennen den Gruppendruck im Team, wenn einem eine Kindergartenkeimwelle erreicht hat und nacheinander alle in der Familie krank werden. Verständnis und Bewusstsein der direkten Kollegen und der Führungskräfte, dass es manchmal einfach so ist, ist gefragt und keine Hochglanzversprechen.
Wenn man sich folglich ein Unternehmen genauer ansieht ist es somit extrem wichtig – neben den allgemeinen Maßnahmen zur Vereinbarkeit – sich das Team und die Führungskraft anzusehen.

Welche weiteren Hinweise gibt es um familienbewusste Unternehmen herauszufinden?

Zertifikate und Netzwerke geben hier einen guten Überblick:
Das audit berufundfamilie unterstützt Arbeitgeber familien- und lebensphasenbewusste Maßnahmen einzuführen und in der Unternehmenskultur zu verankern.
Auf der Homepage des audit berufundfamilie sind alle zertifizierten Unternehmen aufgezählt mit einer Liste der bereits eingeführten Maßnahmen und geplanten Maßnahmen. Die zertifizierten Unternehmen finden Sie hier.

Das Netzwerk erfolgsfaktor Familie unterstützt Unternehmen bei der Gestaltung einer familienbewussten Personalpolitik. Eine Garantie für die Umsetzung gibt das Netzwerk zwar nicht, jedoch kann man davon ausgehen, dass sich die Mitglieder mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf auseinandersetzen. Eine Mitgliederübersicht gibt es hier.

Die Initiative familienbewusste Personalpolitik stellt auf Ihrer Homepage überwiegend die großen Unternehmen der Region vor. Hier werden auch die Maßnahmen der einzelnen Unternehmen vorgestellt. Mehr dazu hier.

 

Kleine Unternehmen

Es gibt natürlich auch Arbeitgeber, die ihre Familienbewusstheit nicht nach außen kommunizieren. Oftmals sind das kleine inhabergeführte Unternehmen, deren Unternehmenskultur generell familiär geprägt ist. Zudem finden sich hier flache Hierarchien, die eine direkte und einfache Kommunikation ermöglichen. Jeder kennt jeden, was in vielen Fällen Vorteile mit sich bringt. Hat der oder die Inhaber*in zusätzlich selbst Kinder oder Erfahrung mit der Pflege von Angehörigen erhält man weitaus mehr Verständnis und Unterstützung, als es die meisten Maßnahmen zur Gestaltung der Familienfreundlichkeit ermöglichen.

Nur diese Unternehmen zu identifizieren ist schwer.
Hierbei ist Netzwerken beispielsweise hilfreich. Vielleicht kennt man jemanden, der in einem Unternehmen arbeitet, dass eine familienbewusste Unternehmenskultur lebt. Die Aussagen der Mitarbeiter sind hierbei ebenfalls weitaus mehr wert als Versprechen auf der Homepage.
Viele Aussagen und Berichte von Mitarbeitern finden sich ebenfalls auf Bewertungsseiten wie kununu.de.
Durchforstet man diese Seiten sollte man jedoch eher vorsichtig sein. Jeder kann dort ein Unternehmen bewerten und überlegt selbst: Wann gebt ihr hauptsächlich eine Bewertung ab? Meist, wenn man sich über etwas ärgert. Folglich sind Bewertungen entweder richtig schlecht oder teils auch zu gut um wahr zu sein. Es kann nämlich sein, dass der Chef eine eigene Bewertung geschrieben hat oder andere dazu auffordert.
Versucht hier also zwischen den Zeilen zu lesen und Gemeinsamkeiten bei allen Bewertungen herauszufinden. Hiervon kann man dann ausgehen, dass es stimmt.

 

Zusammengefasst gibt es viele Maßnahmen, die Arbeitgeber anbieten können um sich familienbewusster aufzustellen. Ob diese gelebt werden und ob die zugehörige Unternehmenskultur herrscht z.B. hinsichtlich des Verständnisses gegenüber Care Arbeit und eine offene Kommunikation auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern, lässt sich nur durch direkte Erfahrungsberichte der Mitarbeiter herausfinden.

Mama-sucht-Arbeit arbeitet  mit Unternehmen zusammen, die eine familienbewusste Kultur leben. Manchmal sind sie sich darüber vor unserer Zusammenarbeit gar nicht im Klaren, da sie ihren Mitarbeitern nicht die üblichen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit anbieten, sondern einfach das tun, was für sie selbstverständlich ist.

In den nächsten Monaten werde ich euch hier auf dem Blog einige Unternehmen vorstellen und was sie genau machen um ihre Mitarbeiter zu unterstützen.

 

Bild: Pixabay.com – rawpixel

07 Aug

Fühlst du dich wohl mit deiner Bewerbung?

Heute kurz und knapp:

Die standardisierten Bewerbungsanschreiben kennen wir schon, die Regeln für den Lebenslauf und das Bild. Aber stellt das dich wirklich dar? Oder zeigt das nur, du hast die Regeln verstanden und bist bereit im Einheitsbrei der Bewerbungen zu verschwinden?

Klar, so manche Regel helfen wirklich sehr gut und sind auch begründet um den Personalern die Arbeit zu erleichtern und schneller einen Überblick zu geben, jedoch verschwindet dabei oft jegliche Persönlichkeit.
Ein zu langer Lebenslauf geht meiner Meinung beispielsweise gar nicht. Auch das Passbild darf ruhig durch einen größeren Bildauschnitt ersetzt werden. Ein absolutes No-Go sind jedoch die Online-Vorlagen. Die sehen zwar nett aus, aber die hat jeder dritte. Also Finger weg.

Wie könnt ihr aber dann aus der Masse herausstechen?

Erstens Anschreiben:
Immer mehr Unternehmen verzichten auf das Anschreiben, da man sowieso ein Standardanschreiben bekommt, dass auch an das nächste Unternehmen geschickt wird. Wie wäre es, ihr nehmt euch kurz Zeit und überlegt, warum ihr den Job wollt und weshalb genau bei diesem Unternehmen. Kurz und knackig aber dafür aussagekräftig. Eine halbe Seite genügt. Manchmal machen 5 Zeilen in einer Mail mit angehängtem Lebenslauf und den Zeugnissen mehr her als eine DIN A4 Seite gesülze.

Zweitens Lebenslauf:
Passt ihn bitte für die Stelle an – also alle Details, die nichts mit der Stelle zu tun haben raus. Dafür vielleicht ähnliche Jobs ausführlicher Darstellen. Praktikas und Auslandsaufenthalte etc. bitte auch so kurz wie möglich halten, sofern sie nichts mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun haben.

Drittens Bild:
Zieht dafür etwas an womit ihr euch wohl fühlt und so wie ihr auch zur Arbeit gehen würdet. Ich hatte früher beispielsweise ein Foto im Hosenanzug. Damit habe ich mich null wohlgefühlt und das sah man mir auch an. Mit dem neuen Bild fühle ich mich weitaus besser.
Für den Hintergrund des Bildes bitte kein schwarz, höchstens die Bewerbung bekommt eine dunkle Titelleiste oder es passt in euer Design. Ansonsten eine Farbe wählen, die zu eurer Kleidung oder euch passt.

Zu guter Letzt:
Wenn ihr eurer Unterlagen vor euch liegen habt, stellt euch die Frage: Fühle ich mich damit wohl? Bin das ich?

Denkt immer daran, wenn ihr ein Bild von euch verkauft, das ihr nicht seid, wird es früher oder später auffallen. Zum einen wirkt man damit nicht rund und zum anderen kann es schließlich sein, dass man nicht wirklich ins Unternehmen passt.

FAZIT: Seid einfach ihr selbst und beugt ein bisschen die Regeln 😉

26 Jun

Der verdeckte Stellenmarkt – deine Chance!

Gestern habe ich mich sehr über eine Mail einer Mutter gefreut. Sie schrieb, ich hätte sie inspiriert sich initiativ zu bewerben und daraufhin hätte sie einen Arbeitsplatz gefunden. Wow, ich freue mich wirklich sehr darüber!

Nur wie funktioniert das nun eigentlich mit den Initiativbewerbungen, dem Netzwerken oder generell dem verdeckten Stellenmarkt?

Was man sich zu Beginn einfach bewusst machen muss: Nicht jede Stelle wird ausgeschrieben, also veröffentlicht. Bis ein Unternehmen sich aktiv nach einem Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterin umsieht vergeht eine gewisse Zeit. Vor allem bei neu geschaffenen Stellen dauert das oft mehrere Monate. Es wird vielleicht noch überlegt ob die Stelle wirklich notwendig ist, in welchem Umfang man Unterstützung benötigt und vor allem wieviel Budget dafür vorhanden ist.

Jetzt – eure Initiativbewerbung:
Während so hin und her überlegt wird ist der richtige Zeitpunkt für eure Bewerbung. Hier habt ihr noch Gestaltungsspielraum über den Umfang der Stelle und vielleicht auch die Tätigkeiten. Ihr müsst nur überzeugend sein, dass ihr mit euren Fähigkeiten ein richtiger Mehrwert für das Unternehmen seid. Diesen Mehrwert müsst ihr beispielsweise in einer Initiativbewerbung transportieren. Eine gute Initiativbewerbung ist somit wesentlich individueller als eine Bewerbung auf die Stelle XY.
Überlegt euch hier zunächst welche eurer Fähigkeiten ein Plus für das Wunschunternehmen sind und argumentiert das auch in eurer Bewerbung. Warum wollt ihr euch bei diesem Unternehmen bewerben und was bringt ihr mit?
Beantwortet ihr diese Fragen gut und vor allem nicht mit abgedroschenen Floskeln, so fallt ihr auf und das müsst ihr um eingeladen zu werden.
Natürlich braucht ihr auch eine Portion Glück, dass gerade oder in naher Zukunft eine Person mit euren Fähigkeiten gesucht wird. Wenn das so ist, könnt ihr euch freuen, denn ihr werdet garantiert wenig Mitbewerber haben. Im besten Fall wird sogar eine Stelle für euch geschaffen. Besser geht es nicht!

Für alle Schreibmuffel:
Nicht jeder ist ein Selbstmarketing-Guru und somit in der Lage Knaller-Initiativbewerbungen zu schreiben. Aber das ist auch nur ein Weg um an die (noch) nicht veröffentlichten Stellen zu kommen. Habt ihr schon darüber nachgedacht in eurem Bekanntenkreis über eure beruflichen Wünsche zu reden? Manche schämen sich dafür, weil sie vielleicht bereits viele Absagen bekommen haben, aber ich sage immer: Fragen kostet nix! Vielleicht überlegt der Chef einer Freundin noch eine weitere Mitarbeiterin einzustellen und sie weiß das schon, aber es ist noch keine Stellenanzeige geschaltet? Das ist die Chance! Fragt Freunde, Bekannte und wenn das Gespräch am Spielplatz mit der Mutter neben euch am Sandkasten auf die Arbeit kommt, auch die! Umso mehr Menschen ihr von eurem beruflichen Veränderungswunsch erzählt desto größer wird eure Chance einen Job zu finden. Oftmals stellt man fest, dass der Bekannte aus dem Kindergarten ein Freund der Chefin der Wunschfirma ist – ja, das habe ich wirklich schon erlebt! Oder war es die Nachbarin? – ach egal. Hauptsache ihr zögert dann nicht dort anzurufen oder euren Lebenslauf weiterleiten zu lassen!

Netzwerken online
Immer wichtiger wird das sogenannte Active Sourcing bei der Personalsuche. Unternehmen durchforsten hierzu die Sozialen Netzwerke – vorrangig Xing, LinkedIn und einschlägige Karrierenetzwerke und schreiben interessante Kandidaten an. Wichtig hierbei ist ein aktuelles Profil bei den Netzwerken vorweisen zu können. Überlegt also was ihr alles online von euch preisgeben könnt oder möchtet. Hier ist eine gesunde Mischung gut. Nicht zu viel, da der Personaler oftmals die Profile nur überfliegt, aber auch nicht zu wenig. Genauso wie bei einer guten Bewerbung geht es hier nicht um Masse, sondern um Klasse! Zu guter Letzt nützt euch ein fantastisches Profil nichts, wenn ihr die Postfächer nicht regelmäßig kontrolliert oder die Weiterleitung deaktiviert habt und ihr somit die Jobangebote nicht oder verspätet erhaltet.
(Tipp: Im Netz findet ihr sehr viele Anleitungen um optimale Online-Profile anzulegen!)

Erhöht eure Chancen zusätzlich
Initiativ bewerben ist nichts für euch und auch Netzwerken ist nicht euere Stärke, dann kann euch immer noch die Mama-sucht-Arbeit Datenbank helfen. Hier kann es vielleicht mal etwas länger mit dem Traumjob dauern, jedoch versichere ich, dass ich nur familienfreundliche Unternehmen, denen ihre Mitarbeiter am Herzen liegen als Auftraggeber annehme. Genauso wie ich alle Kandidatinnen in meiner Datenbank – also euch – persönlich kennenlernen möchte, so erhalte ich einen Einblick in das Unternehmen und vor allem auch die Unternehmenskultur meiner Auftraggeber.
Um in die Datenbank aufgenommen werden zu können, ruft mich an und wir vereinbaren einen Termin. Seid ihr einmal dabei, so rufe ich euch bei interessanten Jobs oder Anfragen auf euer Profil an und stelle euch das Unternehmen vor. Erst nach eurer Freigabe gebe ich einen aktuellen Lebenslauf an das Unternehmen weiter. Ihr habt also volle Kontrolle über eure Daten!

Auf zum verdeckten Stellenmarkt
Nachdem angeblich 50 bis 65% der Stellen nicht veröffentlicht werden, ist der verdeckte Stellenmarkt eine gute Möglichkeit – vor allem für Teilzeitkräfte, wo relativ wenige Stellen ausgeschrieben sind – einen Arbeitsplatz zu finden. Vielleicht wird die Stelle auch deshalb nicht ausgeschrieben, weil während der Vorbereitungsphase zur Ausschreibung bereits durch andere Kanäle besetzt wurde. Wollt ihr euch das entgehen lassen? Na dann, viel Spaß beim recherchieren, netzwerken und – ruft mich an!

Eure Astrid Lehmeyer

Bild: pixabay.de – pixel2013